Beschreibung (griechisch für gestalt- und formlos bzw. missgebildet) im Rahmen einer Weinansprache bzw. Weinbewertung. Der Begriff ist stets im Kontext der jeweiligen Beschreibung zu verstehen, da er unterschiedliche visuelle oder sensorische Eindrücke bezeichnen kann. In visuellem Zusammenhang wird amorph häufig für formlose oder flockige Trübungspartikel verwendet, die den Wein unklar erscheinen lassen.
In sensorischem Zusammenhang beschreibt amorph eine fehlende oder unzureichend Ausprägung von Körper und Struktur. Ein solcher Wein wirkt beliebig, konturlos oder ohne erkennbares Profil, weil die maßgeblichen Komponenten wie zum Beispiel Säure, Alkohol, Tannine und andere Extraktstoffe kein harmonisches Gesamtbild ergeben. Verwandte und zum Teil nicht so umfassende Begriffe sind artifiziell (künstlich), fad, flach, krank und unsauber.
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Früher benötigte man eine Fülle an Lexika und Fachliteratur, um im vinophilen Berufsleben up to date zu sein. Heute gehört das Weinlexikon von wein.plus zu meinen besten Helfern, und es darf zu Recht als die „Bibel des Weinwissens“ bezeichnet werden.
Prof. Dr. Walter Kutscher
Lehrgangsleiter Sommelierausbildung WIFI-Wien