Beginn des jährlichen Vegetationszyklus der Weinrebe nach der Winterruhe (siehe dazu auch unter BBCH-Code). Dabei brechen bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 8 bis 10 °Celsius jene Augen (Winterknospen) auf, die beim winterlichen Rebschnitt bewusst stehen gelassen wurden. Man kann dies schon einige Zeit vorher erkennen, denn mit dem kommenden Frühling und aufgetautem Boden beginnen die Wurzeln Pflanzensaft in den oberirdischen Teil des Rebstocks zu pumpen, so dass an den Schnittstellen von abgeschnittenen Trieben Wassertröpfchen austreten, was in poetischer Weise als „der Rebstock blutet“ bezeichnet wird. Mit zunehmender Wärme schwellen die Knospen sichtbar an, bis die holzigen Knospenschuppen aufbrechen und ein filzig kugeliges Haargeflecht sichtbar wird, das die darunter liegende Triebspitze zunächst noch vor äußeren Einwirkungen wie Sonne und Regen schützt.
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Markus J. Eser
Weinakademiker und Herausgeber „Der Weinkalender“