Diese Spezialität aus den italienischen Provinzen Modena und Reggio in der Region Emilia-Romagna wird auch als Balsamessig bezeichnet, obwohl es sich eigentlich nicht um herkömmlichen Essig handelt und das Herstellungsverfahren seit Jahrhunderten ein völlig anderes ist. Die Legende erzählt, dass der damals mächtigste italienische Adelige Herzog Bonifatius von Canossa (985-1052) dem deutschen Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) auf seinem sprichwörtlich gewordenen Gang nach Canossa (30 km westlich von Modena) ein Fläschchen schenkte.
Das kann aber nicht stimmen, denn der Canossagang fand erst 1077 statt und zu diesem Zeitpunkt lebte Bonifatius längst nicht mehr. Es ist aber möglich, dass Heinrich IV. den Balsamico durch Mathilde (1046-1115), der Tochter und Herrscher-Nachfolgerin von Bonifatius, kennengelernt hat. Auf jeden Fall ist verbürgt, dass die berühmte Lucrezia Borgia (1480-1519) täglich ein Löffelchen Balsamico als Erfrischung für Leib und Seele zu sich nahm. Die Fürsten von Este (Adelsfamilie) führten bereits Mitte des 16. Jahrhunderts eine Klassifizierung des „Aceto Balsamico“ ein.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach