Diese Rebkrankheit (auch Blattrollvirus, Leafroll Disease) wurde erstmals in den frühen 1930er Jahren in Kalifornien (USA) dokumentiert. In dieser Zeit bemerkten Winzer Symptome wie Blattverfärbungen und Blattverkrümmungen sowie eine verminderte Reifung der Weintrauben. Sie wird im weiteren Sinne zu den Vergilbungskrankheiten gezählt (siehe dort), unterscheidet sich jedoch deutlich durch ihren viralen Ursprung und die typischen Blattsymptome.
Der deutsche Rebenzüchter Georg Scheu (1879-1949) entdeckte im Jahre 1921 Viren als Ursache der Krankheit bei Weinreben. Aber erst 1966 konnte in Israel der Virenkomplex Grapevine leafroll associated virus (GLRaV) identifiziert werden. Bisher wurden sieben verschiedene entdeckt (GLRaV1-7). Diese nisten sich im Phloem des Leitgewebes ein. Unter anderem werden die Viren durch Spezies der Rebenschmierlaus übertragen.
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Prof. Dr. Walter Kutscher
Lehrgangsleiter Sommelierausbildung WIFI-Wien