Siehe unter Eucharistie.
Bei der Heiligen Messe (griech. Eucharistie = Danksagung, Dankgebet) haben in der christlichen Kirche Wein und Brot eine mystische Bedeutung als Sakrament des von Jesus am Vorabend seines Kreuzestodes gestifteten Abendmahls. Als symbolischer Vorläufer gilt der im Buch Genesis in der Abrahams-Erzählung erwähnte König Melchisedech, nach dem auch eine der Flaschen-Übergröße für Champagner benannt ist. Bei den im Alten Testament der Bibel beschriebenen Opferritualen verwenden die Juden Wein als Symbol für Wohlstand, für die Sühne von Schuld und als Zeichen der Anbetung Gottes. Tierblut hingegen galt als Lebenssymbol und wurde durch Verschütten Gott zurückgegeben.

Das Bild zeigt (vlnr): Patene (patena = Schale) mit der Zelebrations-Hostie (größere Hostie), die vom Priester bei der Messe hochgehalten wird. Der Messkelch mit dem Messwein. Der Speisekelch mit den (kleineren) Hostien für die Gläubigen. Das Velum (Tuch, Schleier), das den Messkelch bis zur Gabenbereitung verhüllt.
Innerhalb der christlichen Kirche gab es über Jahrhunderte folgende Streitfragen: Muss Wein für alle an der Messe teilhabenden Gläubigen oder nur für den Priester bereitgestellt werden? Muss es unbedingt Weißwein oder Rotwein sein, oder ist das unerheblich? Darf der Wein mit Wasser vermischt werden? Sind statt Wein auch Traubensaft, Sekt oder andere Getränke gestattet? Und wie geht man bezüglich dieser heftig diskutierten Fragen bzw. dem problematischen Konsum von Alkohol von Kindern, Kranken und Alkoholabhängigen um? Und last but not least: Muss der Wein (Messwein) nach bestimmten „christlichen“ Regeln auf besondere Weise produziert werden?
Diese Fragen klingen auf den ersten Blick seltsam, denn eigentlich sollten die Antworten das klar und eindeutig sein. Der Ursprung liegt ja im Abendmahl, bei dem Jesus mit seinen Jüngern Brot und Wein genoss und diesen befahl, den Brauch in seinem Angedenken weiter zu pflegen. Die Kirche beruft sich ja sonst auch auf bedingungslose Auslegung bzw. Einhaltung von Jesusworten, warum also hier überhaupt diese Fragen? Das Problem eskalierte ab Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts, weil Martin Luther und auch andere Reformatoren wie Johannes Calvin und Thomas Müntzer vehement die bedingungslose Einhaltung der Jesuworte einforderten.
Bei der Heiligen Messe wird tatsächlich (nicht nur symbolisch) Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandelt (Konsekration = der Substanz; nicht dem Aussehen nach) und bildet den Höhepunkt dieser Feier. Beim Empfang des Abendmahles (Kommunion = Vereinigung) wurde in den Anfängen der christlichen Gemeinschaft...
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Für meine langjährige Tätigkeit als Lektorin mit wein-kulinarischem Schwerpunkt informiere ich mich bei Spezialfragen immer wieder gern im Weinlexikon. Dabei führt spontanes Lesen und das Verfolgen von Links oft zu spannenden Entdeckungen in der weiten Welt des Weins.
Dr. Christa Hanten
Fachjournalistin, Lektorin und Verkosterin, Wien