Beschreibung für den Geruch und Geschmack eines Weines im Rahmen einer Weinansprache bzw. Weinbewertung. Ein brotiger Eindruck erinnert an frisches Weißbrot, Brotkruste, Hefegebäck oder Brioche. Er entsteht überwiegend durch längeren Kontakt des Weines mit der Hefe (Vollhefe oder Feinhefe), insbesondere bei der Hefesatzlagerung und während der Autolyse, wenn Zellbestandteile der abgestorbenen Hefen freigesetzt werden. Im Gegensatz zu hefig beschreibt brotig eine weiterentwickelte, reifebedingte Ausprägung der Hefearomatik.
Brotige Noten treten häufig bei Schaumweinen aus traditioneller Flaschengärung auf, etwa bei Champagner und Sekt, gelten dort als typisch und qualitativ positiv. Auch bei Stillweinen mit Ausbau auf der Hefe (sur lie), etwa bei Chardonnay, Chenin Blanc oder Pinot Blanc, können dezente brotige Anklänge auftreten.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach