Bezeichnung (Chimaera = Mischwesen) in Medizin und Biologie für einen Organismus, der aus genetisch unterschiedlichen Zellen bzw. Geweben aufgebaut ist und dennoch ein einheitliches Individuum darstellt. In der griechischen Mythologie bedeutet dies eigentlich „Ziege“; Homer (geb. 850 v. Chr.) beschreibt die Chimaira in der Ilias als feuerspeiendes Mischwesen, das vorne wie ein Löwe, in der Mitte wie eine Ziege und hinten wie eine Schlange oder ein Drache gebildet sei. Das bekannteste Beispiel für solche Mischwesen ist die berühmte ägyptische Sphinx bei den Pyramiden von Gizeh; das ist ein Löwe mit Menschenkopf.
Bei Pflanzen kann eine Chimäre auch mittels menschlichen Eingriff künstlich wie zum Beispiel eine Veredelung durch Vereinigung von zwei verschiedenen Gewächsen (Unterteil = Wurzelstock und Oberteil = Edelreiser) herbeigeführt werden. Im Weinbau sind somit alle veredelten Rebstöcke als mesoklinale Chimären zu verstehen.
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Das Glossar ist eine monumentale Leistung und einer der wichtigsten Beiträge zur Vermittlung von Weinwissen. Unter all den Lexika, die ich zum Thema Wein verwende, ist es mit Abstand das wichtigste. Das war vor zehn Jahren so und hat sich seither nicht verändert.
Andreas Essl
Autor, Modena