Stark flüchtiger, angenehm riechender Ester (auch Ethylacetat oder Essigester), der in den meisten Früchten und Beeren sowie in fast allen alkoholischen Getränken vorkommt. Der Ester entsteht bei der Gärung durch Reaktion von Essigsäure mit Ethanol und ist die im Wein am häufigsten vorkommende Esterart. Essigsäure-Ethylester kann aber auch ohne den Umweg über Essigsäure und Ethanol bereits direkt in den Weintrauben auf biochemischem Weg durch insbesondere wilde Hefen gebildet werden. Im jungen Wein bestimmt Essigsäure-Ethylester in Kombination mit anderen chemischen Verbindungen das Aroma. In kleiner Menge trägt dies positiv zum fruchtigen Charakter bei. Zu große Mengen verursachen sie bzw. die daraus entstehenden Stoffwechselprodukte verschiedene Weinfehler wie Mäuseln und Lösungsmittelton. Eine weitere Verbindung der Essigsäure ist Essigsäure-Isoamylester.
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Prof. Dr. Walter Kutscher
Lehrgangsleiter Sommelierausbildung WIFI-Wien