Italienische Bezeichnung (von Flasco = Fässchen) für ein zumeist mit Stroh oder Bast umflochtenes Gefäß, bzw. später bauchige Ballonflasche für Wein. Die Strohumhüllung des bereits im Spätmittelalter gebräuchlichen Weinbehälters diente ursprünglich dazu, das dünnwandige leicht zerbrechliche Glas vor Beschädigungen zu schützen.

Mit dem ab den 1950er-Jahren aufkommenden Massentourismus wurde die Flasche zum Symbol für unbeschwerte Urlaubsfreude. Vor allem der Chianti wurde so abgefüllt - das Bild zeigt den Transport von Chiantiflaschen in den 1960er-Jahren. Es gab kaum ein italienisches Lokal, wo nicht diese Flaschen oft mit Fischernetz und Muscheln kitschig die Wände dekorierten. Ab den 1970er-Jahren kam sie zunehmend außer Mode. Das Weingut Ruffino startete mit Jahrgang 2012 eine Wiedergeburt der Flasche mit umweltfreundlichem Papierbast. In Umbrien ist eine ähnliche Form bei den DOC-Weinen Est! Est!! Est!!! di Montefiascone und Orvieto unter dem Namen Pulcinella gebräuchlich.
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Prof. Dr. Walter Kutscher
Lehrgangsleiter Sommelierausbildung WIFI-Wien