Mit „flüchtig“ wird die Neigung eines Stoffes verstanden, in den gasförmigen Zustand überzugehen. Ursache dafür sind vergleichsweise schwache intermolekularen Anziehungskräfte zwischen den Molekülen. Der Gegenbegriff dazu ist nichtflüchtig, womit Stoffe bezeichnet werden, die aufgrund stärkerer Molekülkräfte nicht in die Gasphase übergehen können. Dabei nimmt man nie den Stoff selbst wahr; wahrgenommene Gerüche stammen ausschließlich von flüchtigen Molekülen wie zum Beispiel Begleitstoffen, Verunreinigungen oder Reaktionsprodukten.
Alle Duftstoffe im Wein sind flüchtige Aromastoffe, da sie nur in verdampfter Form olfaktorisch (riechend) oder aber auch trigeminal (Tastsinn) wahrgenommen werden können. Die Abgrenzung zu den Geschmacksempfindungen ist aber fließend, da olfaktorische und gustatorische (schmeckende) Eindrücke einander stark beeinflussen. Flüchtigkeit ist daher zunächst ein neutraler, physikalischer Begriff und kein Hinweis auf gute oder schlechte Qualität.
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Es gibt unübersichtlich viele Quellen im Web, bei denen man sich Wissen über Wein aneignen kann. Doch keine hat den Umfang, die Aktualität und die Richtigkeit der Informationen des Lexikons von wein.plus. Ich benutze es regelmäßig und verlasse mich darauf.
Sigi Hiss
freier Autor und Weinberater (Fine, Vinum u.a.), Bad Krozingen