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Lexikon
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Das berühmte Weingut mit Hauptsitz in Cuneo (bei Barbaresco) in der italienischen Region Piemont wurde im Jahre 1859 von Angelo Gaja gegründet. Der Betrieb war einer der ersten Flaschenabfüller der Region; der Großvater des heutigen Besitzers belieferte bereits Ende des 19. Jahrhunderts die italienische Armee in Abessinien mit Flaschenwein. Dessen Sohn Giovanni Gaja (1908-2002) vergrößerte den Besitz in den 1950er- und 1960er-Jahren und stellte von Misch- auf Monokultur um. Angelo Gaja (*1940) setzte in dritter Generation diese Bemühungen fort. Er erwarb das Diplom für Weinbau in Alba und studierte anschließend Wirtschaft an der Universität in Turin. Im Jahre 1969 übernahm er den Familienbetrieb und führte in Zusammenarbeit mit seinem Önologen Guido Rivella im Betrieb rigorose qualitätssteigernde Ertrags-Begrenzung, kontrollierte Gärung und frühen biologischen Säureabbau (malolaktische Gärung) ein. Aus den neu eingeführten Sorten Cabernet Sauvignon und Chardonnay wurden Weine im Barrique-Ausbau erzeugt. Mit dem Barbaresco aus den Einzellagen Costa Russi, Sori Tildin und Sori San Lorenzo erregte Gaja internationales Aufsehen. Im Jahre 1996 gab er aber diese Einzellagen-Bezeichnungen auf und produziert den Wein nun unter der DOC-Bezeichnung Langhe. Eine weitere Pionierleistung ist ein unter dem Markennamen Vinòt erzeugter Rotwein im Stil eines Beaujolais. Der Besitz wurde laufend vergrößert.

Im Jahre 1988 wurde das 12 Hektar große Weingut Marenca-Rivette in Serralunga gekauft. Hier wird ein Barolo aus hauptsächlich Nebbiolo und etwas Barbera unter dem Namen „Sperss“ (piemontesisch für „Nostalgie“) produziert. Im Jahre 1994 wurde das Weingut Pieve di Santa Restituta in Montalcino gekauft, wo ein Brunello di Montalcino produziert wird. Zwei Jahre später gründete Gaja das Weingut Ca’ Marcanda in der Maremma. In den beiden Gütern in der Toskana werden inzwischen 300.000 Flaschen, im Stammhaus 70.000 Flaschen jährlich produziert. Der Besitz umfasst heute 90 Hektar im Piemont und 114 Hektar in der Toskana (16 Hektar in Montalcino und 98 Hektar in der Maremma). Gaja ist auch in anderen Bereichen sehr aktiv, so zum Beispiel als Generalimporteur von Weingläsern des österreichischen Herstellers Riedel und ausländischen Spitzenweinen wie zum Beispiel Château d’Yquem. Im Jahre 2005 wurde gegenüber der Kellerei ein Vier-Sterne-Hotel eröffnet. In fünfter Generation sind im Betrieb die zwei Töchter Gaia und Rosanna sowie Sohn Giovanni tätig. Angelo Gaja zählt zu einflussreichsten Weinmachern Italiens. Er ist bereits eine lebende Legende und erhielt den liebevollen Ehrentitel „Angelo nazionale“.

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