Bezeichnung für die Rebenkrankheit Flavescence dorée; siehe dort.
Die Rebkrankheit „Grapevine flavescence dorée phytoplasma“ zählt zur Gruppe der Vergilbungs-Krankheiten. Sie wurde in den 1940er-Jahren vom Bereich der großen Seen in Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Anfang der 1950er-Jahre ist sie in Frankreich-Armagnac aufgetreten, sich dann epidemisch auch in Italien und Spanien und auch in andere Länder ausgebreitet. Schwer getroffen wurde Korsika, weil es hier viele anfällige Rebsorten gibt.
Ab dem Jahr 2023 traten im westlichen Ungarn, unter anderem auch im Tokajer-Gebiet, massenhaft Reberkrankungen auf. Erste Befälle waren bereits 2013 von einzelnen Winzern festgestellt worden. Im Jahr 2024 meldeten einige Betriebe Ausfälle von bis zu 50%. In der Folge mussten zahlreiche Weinberge gerodet werden. Im Frühherbst 2025 beschlossen dann die zuständigen ungarischen Behörden konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Erkrankungen.
Die starke Verbreitung ist vermutlich auf Grund des zunehmenden Klimawandels zurückzuführen, weil wärmere Gegenden dafür prädestiniert sind. Bezüglich der Symptome und Auswirkungen bestehen Ähnlichkeiten mit den Rebkrankheiten Schwarzholz-Krankheit (mit ähnlichem Erreger) und Pierce Disease (mit bakteriellem Erreger).

Das Bild links oben zeigt das Beginnstadium mit gelblich verfärbten Blättern, das Bild rechts oben zeigt das Endstadium mit verdorrten Blättern an einem Rebbestand. Die zwei Bilder unten zeigen das fortgeschrittene Stadium bei der Rebsorte...
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Es gibt unübersichtlich viele Quellen im Web, bei denen man sich Wissen über Wein aneignen kann. Doch keine hat den Umfang, die Aktualität und die Richtigkeit der Informationen des Lexikons von wein.plus. Ich benutze es regelmäßig und verlasse mich darauf.
Sigi Hiss
freier Autor und Weinberater (Fine, Vinum u.a.), Bad Krozingen