Bezeichnung (auch Fischleim) für das aus Fischblasen (Hausen, Stör, Wels) gewonnene eiweißhaltige Mittel, die bei der Weinbereitung im Prozess Schönen verwendet werden. Ursprünglich wurde nur die Blase des Hausen (Beluga) verwendet, der in Flüssen, die in das Kaspische und Schwarze Meer münden, heimisch ist. Heute werden jedoch auch Blasen anderer Fischarten herangezogen; als besonders geeignet gelten Beluga und Stör. Die Blasen werden nach dem Fang aufgeschnitten, in heißem Wasser aufgeweicht und von der äußeren Muskelschicht sowie vom Blut befreit.

Schon im Mittelalter war die ausgezeichnete Wirkung bekannt. Hausenblase ist elektrisch positiv geladen und zieht deshalb negativ geladene Stoffe an. Sie wurde vor der Filtrationstechnik verwendet, um einen Wein vor der Flaschenabfüllung glanzhell (klar) zu machen; heute erfolgt der Einsatz nur noch gezielt, etwa zum Entfernen von Mufftönen oder in Form von Mischprodukten mit anderen Schönungsmitteln wie Gelatine. Das außerordentlich hohe Adsorptionsvermögen beruht auf den leimartigen und stark quellenden Eiweißkörpern der Blasen. Es wird nur etwa 1 g/hl Wein benötigt. Durch die relativ rasche Verderblichkeit kann es leicht zu Schönungsfehlern kommen.
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Thomas Götz
Weinberater, Weinblogger und Journalist; Schwendi