Bezeichnung für einen außergewöhnlichen Wein von besonderer Qualität mit dem Bewertungsattribut grandios. Bei einer Weinbewertung erzielen solche Produkte in der Regel höchste Punkte-Anzahlen, von zumindest 18 bis 20 bzw. 95 bis 100 Punkten. Die Gemeinsamkeit ist, dass sie nicht nur unter besonderen, qualitätssteigernden Bedingungen wie geringer Ertrag und sorgfältiger Kellerarbeiten vinifiziert wurden, sondern auch unter besonders optimalen klimatischen Bedingungen entstanden sind. Dies bedeutet, dass der Jahrgang eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Wenn es zu „Jahrhundertwein“ überhaupt noch eine Steigerung gibt, dann waren es einzelne Weine der Jahrgänge 1540 (ein Würzburger Stein wurde 421 Jahre später getrunken), 1748 (ein Schloss Johannisberg wurde Goethe zu seinem 66. Geburtstag kredenzt und ein Exemplar war noch mit 237 Jahren genießbar), der berühmte 1811er, aus der „goldenen Bordeaux-Ära“ 1864, 1865 und 1870, sowie 1945. Diese Kreszenzen werden sogar als „Jahrtausendweine“ bezeichnet. Sie sind in der Regel viele Jahrzehnte, spezielle Weintypen wie Portweine sogar über 100 Jahre haltbar bzw. entwickeln erst nach vielen Jahren Flaschenreifung bzw. Alterung ihr Potential und erreichen ihre optimale Trinkreife.
![]()
Für meine langjährige Tätigkeit als Lektorin mit wein-kulinarischem Schwerpunkt informiere ich mich bei Spezialfragen immer wieder gern im Weinlexikon. Dabei führt spontanes Lesen und das Verfolgen von Links oft zu spannenden Entdeckungen in der weiten Welt des Weins.
Dr. Christa Hanten
Fachjournalistin, Lektorin und Verkosterin, Wien