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Lexikon
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Jájin

Hebräische Bezeichnung (auch Yáyin) für Wein; siehe unter Bibel.

Das als „Gelobte Land“ bezeichnete Kanaan (biblischer Name für Palästina), mussten sich die Israeliten zweimal erobern bzw. besiedeln. Dies erfolgte unter Abraham, dem Stammvater Israels (und übrigens auch der Araber) etwa 2000 bis 1900 und unter Moses nach vierzigjähriger Wüstenwanderung etwa 1300 bis 1200 v. Chr. Die Geschichtsforschung ist sich nicht darüber einig, ob die beiden Personen tatsächlich gelebt haben, oder eher nur sagenhafte Gestalten sind. Moses starb jedenfalls nach dem Erreichen des Zieles, ohne es betreten zu haben. An der Grenze erhielt Moses von Jahwe den Befehl, das von ihm für die Israeliten vorgesehene Land Kanaan auskundschaften zu lassen. Dort kamen sie in der Nähe von Hebron zu einem Wadi (Wildbachtal). Dies steht im Buch Numeri wie folgt (13.22 ff): Es war gerade die Zeit der ersten Weintrauben. Als sie zum Tal Eschkol gelangten, schnitten sie dort eine Rebe mit einer Weintraube ab, die sie zu zweien an einer Stange trugen, dazu auch einige Granatäpfel und Feigen. Die Traube (hebr. Eschkol = Weintraube) muss demnach riesige Ausmaße gehabt haben. Nach nicht verifizierbarer Hypothese soll es sich bei der heutigen Rebsorte Neheleschol um einen Nachfahren ahndeln.

Bibel - Moses mit Gebotstafeln und Riesenweintraube aus dem Eschkoltal (Numeri 13.22)

Wein in der Bibel

Wein ist in der Bibel ein häufiges Thema. Weinberg kommt über 90 mal, Rebe über 60 mal und Weinpresse 15 mal vor. Nach dem Bibelforscher Jürgen Becker wird auf insgesamt 979 Stellen direkt oder indirekt auf Wein Bezug genommen. Zum Vergleich trifft dies für Homers (8. Jhdt. v. Chr.) Werke Ilias und Odyssee nur 49 bzw. 85 mal zu. Obwohl Bier damals ein ebenfalls weit verbreitetes Getränk war, hatte es nicht denselben Stellenwert. Martin Luther (1483-1546) meinte dazu: Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott. Bibelforscher fanden acht verschiedene hebräische Wörter, die in den verschiedenen Sprachen mit „Wein“ übersetzt wurden. Nicht bei allen handelt es sich um richtigen Wein, sondern teilweise um Sirup, bierähnliche oder sonstige alkoholhaltige Getränke aus Baum- und Feld-Früchten. Folgende Bezeichnungen kommen über 200 mal vor:

  • Ásis = süßer oder Jahrgangs-Wein
  • Chemer = starker Rotwein, mit Wasser vermischt
  • Mimsák = gemischter oder würziger Wein (Gewürzwein)
  • Shékár = starkes Getränk aus Gerste, Honig oder Datteln
  • Shemárim = alter Wein
  • Sob’e = starkes, berauschendes Getränk, mit Wasser gemischt
  • Tirósh = junger Wein
  • Yáyin (Jájin) = allgemeine Bezeichnung für Wein

Bibel - Altar mit aufgeschlagener Bibel / Messkelch mit Hostie, Traube und Brot

Weinbau und Weingenuss bei den Israeliten

Wie wichtig der Weinbau für die israelitische Gemeinschaft war, verdeutlichen Aussagen im Buch Deuteronomium. Dies ist eine Sammlung von predigtartigen Reden und Gesetzen, die Moses den Israeliten vor dem Betreten des Landes Kanaan bekannt gab. Bezüglich der Teilnahme an einer bevorstehenden Schlacht (20.6) sagt er: Wer ist der Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht genutzt hat? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit er nicht in der Schlacht sterbe und ein anderer Mann ihn nutze. Der Weinbauer war also bis zur Jungfernlese vom Kriegsdienst befreit und das war ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Den Israeliten war also die Sicherung des Weinbaus wichtiger, als ein Mann mehr in der Schlacht.

Es gab sehr strenge Vorgaben für das Verhalten bezüglich des Traubenverzehrs im Weinberg. Einige Beispiele sind (23.35): Wenn du in...

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