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Lexikon
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Oberer Neckar

Bereich des deutschen Anbaugebietes Württemberg; siehe dort.

Das Anbaugebiet liegt im Bundesland Baden-Württemberg in Deutschland. Die Weinberge umfassen 11.461 Hektar Rebfläche, die sich zwischen dem Bodensee und dem Tal der Tauber unterhalb von Rothenburg (Taubergrund) erstrecken. Die geographischen und klimatischen Bedingungen werden von vielen Flusstälern geprägt. Auf seinem sehr verschlungenen Lauf strömen dem Neckar die Nebenflüsse Rems, Enz, Kocher und Jagst zu. An den Flussufern liegen viele Südhänge mit weit auseinanderliegenden Weinbergen. Im Sommer gibt es genügend Sonne, um auch Rotweinen Kraft und Farbe zu geben. Zwei Drittel der Rebflächen sind Steillagen oder Hanglagen. Heilbronn ist die Weinhauptstadt Württembergs und gewissermaßen auch die Deutschlands, denn hier findet jährlich der Wettbewerb der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) statt. In Weinsberg befindet sich eine Lehr- und Versuchsanstalt für Rebenzucht, an der von August Herold (1902-1973) einige erfolgreiche Neuzüchtungen wie Dornfelder,  Cabernet Cubin, Cabernet Dorio und Cabernet Dorsa kreiert wurden.

Karte vom Anbaugebiet Württemberg

Klima und Boden

Die Böden sind durch Keuperformationen und am mittleren Neckar durch Muschelkalkinseln geprägt. Es herrscht kontinentales Klima mit heißem Sommer, sonnigem Herbs und frostigem Winter vor. Das günstige Mikroklima entlang des Neckars und die Muschelkalk- und Keuperböden sind besonders für Rotweine geeignet. 

Bereiche, Gemeinden und Lagen

Das Anbaugebiet besteht aus sechs Bereichen mit 17 Großlagen und 207 Einzellagen. Der nach drei Flüssen benannte Bereich Kocher-Jagst-Tauber liegt im Norden und ist als einziger auf Weißweine spezialisiert. Er ist in die zwei Großlagen Kocherberg und Tauberberg gegliedert. Das Taubertal steuert den Abschnitt von Tauberzell bis Creglingen bei, der Rest zählt zu anderen Anbaugebieten. Vorherrschender Bodentyp ist Muschelkalk. Bekannte Weinbaugemeinden mit ihren Einzellagen:

  • Bieringen: Schlüsselberg
  • Criesbach: Burgstall, Hoher Berg
  • Dörzbach: Altenberg
  • Elpersheim: Mönchsberg, Probstberg
  • Herbolzheim: Hofberg
  • Ingelfingen: Hoher Berg
  • Kochersteinsfeld: Rosenberg
  • Laudenbach: Schafsteige
  • Markelsheim: Mönchsberg, Propstberg
  • Niedernhall: Altenberg, Burgstall, Engweg, Hoher Berg
  • Reinsbronn: Röde
  • Schäftersheim: Klosterberg
  • Weikersheim: Hardt, Karlsberg, Schafsteige, Schmecker

Der weitaus größte und bedeutendste Bereich Württembergisch Unterland ist in die neun Großlagen Heuchelberg, Kirchenweinberg, Lindelberg, Salzberg, Schalkstein, Schozachtal, Stauffenberg, Stromberg und Wunnenstein gegliedert. Die Weinberge liegen vor allem im mittleren und unteren Neckartal, sowie stark zersplittert in viele Kleinbereiche östlich des Neckars entlang der Zuflüsse Bottwar, Murr und Schozach. Die klimatischen Verhältnisse und die Böden sind in diesem Bereich etwas unterschiedlich. Die Terrassenweinberge am Flussufer sind von Muschelkalk, jene abseits davon von Keuper geprägt. Bekannte Weinbaugemeinden mit ihren Einzellagen sind:

  • Abstatt: Burgberg, Burg Wildeck, Sommerberg
  • Beilstein: Steinberg, Wartberg
  • Besigheim: Felsengarten, Wurmberg
  • Bönnigheim: Kirchberg, Sonnenberg (Gewanne Schupen und Steingrüben)
  • Brackenheim: Dachsberg, Mönchsberg, Schlossberg, Wolfsaugen, Zweifelberg
  • Bretzfeld: Goldberg, Himmelreich
  • Cleebronn: Michaelsberg
  • Dimbach: Himmelreich
  • Ellenhofen: Ranzenberg, Wildenberg
  • Erlenbach: Kayberg
  • Flein: Altenberg, Eselsberg, Sonnenberg
  • Güglingen: Kaiserberg
  • Gündelbach: Steinbachhof, Wachtkopf
  • Gundelsheim: Himmelreich
  • Häfnerhaslach: Heiligenberg
  • Heilbronn: Sonnenberg, Stahlbühl, Stiftsberg, Wartberg
  • Hessigheim: Felsengarten, Wurmberg
  • Hohenbeilstein: Schlosswengert
  • Hohenhaslach: Kirchberg, Klosterberg
  • Höpfigheim: Königsberg
  • Illingen: Forstgrube, Halde, Schanzreiter
  • Ilsfeld: Rappen
  • Kleinbottwar: Götzenberg, Lichtenberg, Oberer Berg, Süßmund
  • Lauffen: Jungfer, Katzenbeißer, Riedersbückele
  • Lehrensteinsfeld: Steinacker
  • Löwenstein: Sommerberg, Wohlfahrtsberg
  • Ludwigsburg: Neckarhälde
  • Maulbronn: Closterweinberg, Eilfingerberg, Reichshalde
  • Mühlhausen: Halde, Steinhalde, Zuckerle
  • Mundelsheim: Käsberg, Mühlbächer, Rozenberg
  • Neckarsulm: Scheuerberg
  • Neckarzimmern: Götzhalde, Kirchweinberg, Wallmauer
  • Neipperg: Grafenberg, Schlossberg, Steingrube
  • Nordheim: Grafenberg, Gräfenberg, Sonntagsberg
  • Oberderdingen: Kupferhalde
  • Oberstenfeld: Forstberg, Lichtenberg
  • Schozach: Roter Berg, Schelmenklinge
  • Schützingen: Heiligenberg
  • Schwaigern: Grafenberg, Ruthe, Sonnenberg
  • Siebeneich: Himmelreich
  • Spielberg: Liebenberg
  • Steinheim: Burgberg
  • Talheim: Hohe Eiche, Schlossberg, Sonnenberg, Stiftsberg
  • Vaihingen: Halde
  • Verrenberg: Goldberg, Verrenberg
  • Weinsberg: Ranzenberg, Schemelsberg
  • Willsbach: Dieblesberg
  • Zuffenhausen: Berg

Der Bereich Remstal-Stuttgart liegt im Südosten des Anbaugebietes. Die Weinberge liegen vor allem in bis zu 400 Meter Seehöhe im Flusstal der Rems. Er ist in die fünf Großlagen Hohenneuffen, Kopf, Sonnenbühl, Wartbühl und Weinsteige gegliedert. Im hier etwas kühleren und niederschlagsreicheren Gebiet gibt es eine gewisse Rieslingtradition. Bekannte Weinbaugemeinden mit ihren Einzellagen sind:

  • Bad Cannstadt: Berg, Halde, Herzogenberg, Mönchberg, Mönchhalde, Zuckerle
  • Beutelsbach: Altenberg, Burghalde, Sonnenberg
  • Breuningsweiler: Haselstein, Holzenberg
  • Bürg: Schlossberg
  • Degerloch: Scharrenberg
  • Endersbach: Hintere Klinge, Wetzstein
  • Esslingen: Burg, Kirchberg, Neckarhalde,...

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Prof. Dr. Walter Kutscher

Früher benötigte man eine Fülle an Lexika und Fachliteratur, um im vinophilen Berufsleben up to date zu sein. Heute gehört das Weinlexikon von wein.plus zu meinen besten Helfern, und es darf zu Recht als die „Bibel des Weinwissens“ bezeichnet werden.

Prof. Dr. Walter Kutscher
Lehrgangsleiter Sommelierausbildung WIFI-Wien

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