Beschreibung (vom mittelhochdeutschen „rān“ = alt, angegraut, überreif) für die bräunliche Farbe und den Geschmack eines Weines im Rahmen einer Weinansprache bzw. Weinbewertung. Dies entsteht durch fortgeschrittene oxidative Prozesse und äußert sich durch Noten nach Brot, Nüssen und Karamell, teils auch mit Anklängen von Trockenfrüchten. In schwacher Ausprägung kann dieser Eindruck als ausgereift und charaktervoll wirken. Rahnige Noten gelten bei Varianten von Sherry und Madeira als stiltypisch. In stärkerer Ausprägung ist dies aber als Weinfehler zu bewerten.
Ein rahniger Eindruck kann auch im Zusammenhang mit oxidativen Weinfehlern wie Brauner Bruch auftreten. Während „rahn“ vor allem eine durch oxidative Reife geprägte, brotig-nussige Geschmacksentwicklung beschreibt, bezeichnet „ranzig“ eine weiter fortgeschrittene Oxidation mit Beteiligung von Fetten bzw. Lipiden und wird daher überwiegend als Weinfehler bewertet. Verwandte Begriffe sind brotig, firnig, madeirisiert, nussig und rancio.
![]()
Wenn ich Webseiten bewerten würde, würden Sie die Höchstbewertung verdienen. Selten stößt man auf Webseiten, die eine solche Datenmenge bereitstellen und trotzdem so intuitiv zu bedienen sind. Respekt für das liebevoll recherchierte und informativ aufbereitete Lexikon. Machen Sie weiter so!
Lothar Lindner
Innsbruck