Bezeichnung (span. rancio = ranzig) für Weine aus heißen, südlichen Weinbaugebieten in Frankreich und Spanien, die einem oxidativen Ausbau bei gleichzeitiger Hitzeeinwirkung unterzogen wurden. Die Temperatur ist jedoch geringer als bei dem verwandten Prozess der Madeirisierung, so dass beim Rancio eher die buttrigen, leicht nussigen Noten überwiegen, während beim Madeira eine Karamellnote dominiert. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Rancio auch für den typischen Weingeschmack nach kandierten Früchten, Nüssen und ranziger Butter verwendet.
Der Rancioton entsteht durch Oxidation der Fettsäuren und Bildung von Buttersäuren. Weine im Rancio-Stil sind Fondillón (Spanien), sowie Banyuls, Maury, Rasteau und Rivesaltes (Frankreich). Auch sehr lange im Fass gereifte Cognacs nehmen einen Rancio-Ton an (Rancio charentais). Beim französischen Vin Jaune und beim italienischen Vin Santo wird der Begriff rancio bisweilen fälschlich verwendet. Verwandte Begriffe sind firnig, madeirisiert, oxidiert, rahn und ranzig.
![]()
Ich habe großen Respekt vor dem Umfang und der Qualität des wein.plus-Lexikons. Es handelt es sich um eine einzigartige Anlaufstelle für knackige, fundierte Informationen zu Begriffen aus der Welt des Weines.
Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach