Durch falsche Mittel oder falsche Anwendung beim Schönen können sensorisch negativ auswirkende Geschmackstöne in den Wein gelangen. Denn Stoffe mit hoher Adsorptionskraft wie Aktivkohle oder Bentonit können sehr leicht Töne aus ihrer Umgebung annehmen. Deshalb dürfen sie nicht in muffigen Räumen oder neben stark riechenden Substanzen wie Benzin, Dieselöl, Farbstoffen oder Petroleum gelagert werden. Bereits ein Plastiksack kann negative Töne in den Wein übertragen. Proteinhältige Mittel wie Gelatine, Hausenblase oder Kasein können relativ leicht verderben.
Ein weiterer häufiger Schönungsfehler ist die Überschönung, bei der es neben sensorischen Fehlnoten auch zu einem Verlust von Aromastoffen, Farbe oder Struktur kommen kann. Der bekannteste Einzelfall ist der Bittermandelton durch eine fehlerhafte Blauschönung. Auch ein ungeeigneter Zeitpunkt der Schönung, etwa vor abgeschlossener Gärung, kann zu qualitativen Beeinträchtigungen führen. Siehe im Detail unter Schönen und auch Filtration.
![]()
Ich habe großen Respekt vor dem Umfang und der Qualität des wein.plus-Lexikons. Es handelt es sich um eine einzigartige Anlaufstelle für knackige, fundierte Informationen zu Begriffen aus der Welt des Weines.
Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach