Eine Weinbaugemeinde im österreichischen Weinbaugebiet Weststeiermark (Steiermark) mit den Katastralgemeinden Gamsgebirg, Kothvogl, Neurath und Stainz. Sie ist das Zentrum des Anbaugebietes für den wohl bekanntesten steirischen Wein, den Schilcher. Das über der Ortschaft thronende Schloss Stainz wurde im Jahre 1229 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet und im Jahre 1840 vom österreichischen Erzherzog Johann (1782-1859) erworben. Dieser volksnahe Habsburger war damals Bürgermeister von Stainz und hat sich um den steirischen Weinbau besondere Verdienste erworben. Heute ist dort ein Museum untergebracht und es finden zahlreiche, weinkulturelle Aktivitäten statt.
Die historische Riede Engelweingarten in der Katastralgemeinde Kothvogl wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit der bedrohten Sorte Blauer Wildbacher bepflanzt - damals erstmals mit reblausresistenten Unterlagen. Der Stainzer „Flascherlzug“ ist eine Touristen-Attraktion mit jährlich 20.000 Fahrgästen. Der Name des Zuges stammt aus der Zeit, als in Rachling der Wunderdoktor „Höllerhansl“ (1866-1935) praktizierte. Er stand in dem Ruf, aus dem Urin verschiedene Krankheiten feststellen zu können. Deshalb reisten viele Leute mit dieser Schmalspurbahn an, hatten im Handgepäck ein Flascherl mit Urin und suchten den Höllerhansl auf. Einer der Waggons heißt „Schilcherschaukel“, hier kann man während der Fahrt Schilcher mit der steirischen Spezialität „Verhackertes“ (ein Brotaufstrich) genießen.
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Thorsten Rahn
Restaurantleiter, Sommelier, Weindozent und Autor; Dresden