Die Region (frz. Sud-Ouest) zählt zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Geographisch zählt dazu das Gebiet zwischen dem die östliche Grenze bildenden Zentralmassiv (Massif Central) und der Atlantikküste im Westen bis in den Süden zu den Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. Administrativ handelt es sich um die ehemaligen Regionen Midi-Pyrénées und Aquitanien, die vor der Gebietsreform im Jahre 2016 bestanden haben.
Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) bezeichnete die von ihm eroberte römische Provinz zwischen dem Fluss Garonne und den Pyrenäen erstmals als Aquitanien (frz. Guyenne). Kaiser Karl der Große (742-814) verleibte es dem fränkischen Reich ein. Nach wechselvoller Geschichte als eigenständige Grafschaft, der Hinzugewinnung der Gascogne und dann unter englischer Herrschaft ab Mitte des 12. Jahrhunderts kam das Gebiet erst 1453 endgültig zu Frankreich.
Im Mittelalter kultivierten hier die katholischen Orden den Weinbau, wobei sich besonders der katholische Orden der Zisterzienser verdient machten. Der Bedarf der Holländer ab dem 17. Jahrhundert nach Brannt- und Süßweinen prägte den Weinstil. Zu dieser Zeit wurde der Name Haut-Pays (Ober-Land - flussaufwärts ab Bordeaux) gebräuchlich. Die Weine standen aber lange Zeit im Schatten des Bordelais. Der Weinverkauf erfolgte vom Hafen in Bordeaux aus und alle anderen Gebiete mussten so lange warten, bis der komplette Wein von dort verschifft war.
Das riesige...
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Markus J. Eser
Weinakademiker und Herausgeber „Der Weinkalender“