Gruppe flüchtiger organischer Schwefelverbindungen (auch Alkanthiole, Thioalkohole oder Mercaptane), die zu den Abkömmlingen des Schwefelwasserstoffs zählen. Chemisch handelt es sich um Verbindungen mit einer Thiolgruppe, die strukturell den Alkoholen ähneln, jedoch deutlich intensiver riechen. Thiole entstehen bei Abbau- und Fäulnisprozessen organischen Materials und kommen in tropischen Früchten und Weinbeeren sowie in Milch, Käse, Hopfen, Zwiebeln und Knoblauch vor. Sie besitzen meist einen stechenden, lauchartigen und fauligen Geruch, der in höheren Konzentrationen als unangenehm bis ekelerregend empfunden wird (einige Thiole sind auch im Drüsensekret von Stinktieren enthalten). Aus diesem Grund werden sie dem geruchlosen Erdgas als warnender Riechstoff beigemischt.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach