Französische Bezeichnung für Tonne oder Fass, von dem sich auch die heute international übliche Bezeichnung Tonnellerie (Fassbinderei) ableitet. Der Begriff geht etymologisch auf das altfranzösische Wort „tonel“ zurück, was so viel wie „großes Fass“ bedeutet. Ein international verbindlich festgelegtes Volumen für das Tonneau existiert nicht, da das Fassungsvermögen historisch bzw. länder- und regionalspezifisch unterschiedlich definiert wurden.
In historischen Handelsdokumenten diente das Tonneau nicht nur als Volumeneinheit, sondern auch als steuerliche Bemessungsgrundlage im Weinhandel. Im Mittelalter war Tonneau in Frankreich ein häufig verwendeter Fasstyp mit 900 Liter Volumen, der in vielen alten Schriften im Zusammenhang mit Wein erwähnt wird. Er entsprach dem englischen Tun (Ton). Tonneau war auch ein Schiffsmaß, vergleichbar den heutigen Bruttoregister-Tonnen. Für den Schiffstransport war das Fass zu groß, deshalb wurde es in zwei Douils zu je 450 Liter oder vier Oxhofts zu je 225 Liter unterteilt.
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Egon Mark
Diplom-Sommelier, Weinakademiker und Weinberater, Volders (Österreich)