Bezeichnung (auch Torggl oder Torkel) für die schon in der Antike bei den Römern bekannte Baumpresse, die noch bis in das späte Mittelalter weithin gebräuchlich war. Der Name leitet sich vom Lateinischen „torquere“ (drehen oder torkeln) ab, da ja der Baum durch Drehen gesenkt wurde. In Südwestdeutschland und in der Schweiz ist dafür der Name Trotte gebräuchlich. Der römische Politiker und Schriftsteller Cato der Ältere (234-149 v. Chr.) beschrieb den Bau einer solchen Presse sehr genau. Die Weintrauben wurden zunächst mit den nackten Füßen gestampft oder mit Kolben zerstoßen und dann dem Hebeldruck eines 12 bis 14 Meter langen, schweren Eichenstammes ausgesetzt. In Südtirol ist noch heute der Begriff „torggeln“ oder „torggln“ für das Pressen der Trauben gebräuchlich. Einen Brauch bei gemütlichem Beisammensein mit Genuss von deftigen Speisen und Weinen nennt man Törggelen.
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Thorsten Rahn
Restaurantleiter, Sommelier, Weindozent und Autor; Dresden