Portugiesische Bezeichnung für spezielle Dessertweine von Madeira oder Setúbal, welche die traditionelle und früher übliche Reise per Schiff in den Tropen durchgemacht haben. Die besondere Art der Herstellung, die bezüglich typischem Geschmack und Farbe auch als Madeirisierung bezeichnet wird, hat sich bereits (spätestens) im 17. Jahrhundert rein zufällig ergeben, als neben anderen Gütern auch Madeiraweine von der Hauptstadt Funchal aus per Schiff besonders von den Niederländern nach Südamerika (Brasilien) und in andere überseeische Kolonien wie Angola, Mozambique und Macau exportiert wurden. Um eine gewisse Süße zu erhalten und die Haltbarkeit dieser Weine zu erhöhen, wurden sie mit gärungsstoppendem Alkohol gespritet. Das war noch nichts Außergewöhnliches und ist ja auch vom Portwein und dem spanischen Sherry bekannt.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach