Ein vom römischen Autor Plinius dem Älteren (23-79 n. Chr.) erwähnter antiker Wein aus Neapel (Kampanien); siehe dort.
Bereits vor 6.000 wenn nicht 8.000 Jahren wurden Weinreben erstmals kultiviert und Wein (bzw. weinähnliche Getränke) erzeugt, das beweisen in Kleinasien (Anatolien in der heutigen Türkei) gefundene Traubenkerne, Überreste von Weinpressen sowie zahlreiche antike Weingefäße und Weinmotive auf Artefakten aus vielen Gebieten.
Wo und von wem tatsächlich der erste Wein bewusst produziert und getrunken wurde, ist unbekannt. Vermutlich hat auch der Zufall eine Rolle gespielt. Als Wiege der Weinkultur gelten Transkaukasien (Teile von Armenien, Aserbaidschan und Georgien), wo die ältesten archäologischen Funde gemacht wurden, sowie die Hochkulturen in Mesopotamien (großteils heutiger Irak, sowie Teile von Syrien und der Türkei), im Stromgebiet des oberen Nil (Ägypten) und im Jordan-Tal (Israel und Jordanien). Gemäß Bibel Buch Genesis, Kapitel 8, Vers 4 landete Noah nach Ende der Sintflut mit seiner Arche am Ararat und wurde zum Weinbauern. Nach neuesten Forschungen könnte einer der Ursprünge der kultivierten Weinrebe bzw. der Weinbaukultur auch in Südost-Anatolien (Türkei) gelegen haben (Pfeil).

Die alten Hochkulturen der Assyrer, Ägypter, Babylonier und Perser haben sich bereits zum Teil recht professionell mit Weinbau beschäftigt. Viele Stellen in der Bibel und zahlreiche Schriften und Wandmalereien vieler alter Kulturvölker aus diesen Herrschaftsbereichen berichten darüber. Viele ihrer Kenntnisse, Techniken und Rebsorten dürften dann im Verlaufe der antiken Geschichte im ganzen Mittelmeergebiet zuerst von den Griechen und später Etruskern, Israeliten, Kelten (Galliern), Phönikern und Römern übernommen worden sein.
Bei Ausgrabungen wurde in Theben (Oberägypten) eine um 1450 v. Chr. entstandene Grabkapelle gefunden. Es handelt sich vermutlich um das Grab des Chaemwese, dem vierte Sohnn von Ramses II., der eine Priesterposition im Apis-Kult bekleidete. Drei Wände enthalten Malereien, die unter anderem auch verschiedene Weinbautätigkeiten zeigen.

Dies wird in drei Bildleisten dargestellt: Eine Weinlese in einem Weinberg in Pergola-Erziehungsform (oben), das Abfüllen von Wein in Amphoren (mitte links), ein (vermutlich) Stampfen der Weintraubenmaische mit den Füßen (mitte rechts), sowie ein Schiff mit (vermutlich) dem Transport dieser Amphoren (unten links).

Der Ursprung des europäischen Weinbaus liegt vor allem in Griechenland. Der Dichter Homer (8. Jhdt. v. Chr.) berichtet in seiner Ilias vom Wein als Hausgetränk seiner epischen Helden. Bereits in der mykenischen Kultur im 16. Jahrhundert v. Chr. (Mykene = nordöstliches Peloponnes, Provinz Argolis) gab es einen Weinbau, was archäologische Funde in alten Palästen in einem Keller mit Weinresten in Krügen und Traubenkerne beweisen. Der auf der Insel Lesbos geborene griechische Philosoph Theophrastos (370-287 v. Chr.) beschrieb die notwendige Abstimmung von Rebsorte, Böden und Klima. Übliche Erziehungsformen waren die Baumerziehung, die Buschform und die flache Bodenerziehung. Es war bekannt, dass sich ein entsprechender Rebschnitt vorteilhaft auf Ertrag und Weinqualität auswirkt.

Neben dem reinen Genuss hatte der Wein im antiken Griechenland auch eine wichtige religiöse und soziale Rolle. Bei den Symposien (Trinkgelagen) erlangte der gemeinsame Weingenuss unter Männern einen wahren Kultcharakter und war unverzichtbarer Teil der damaligen Trinkkultur. Es werden auch häufig medizinische Anwendungen zum Zweck von Antisepsis, Schmerzlinderung, Verdauungs-Förderung oder „um die Säfte des Körpers in Gleichgewicht zu bringen“ erwähnt. In vielen Arzneien des berühmten Arztes Hippokrates (460-377 v. Chr.) spielte Wein eine bedeutende Rolle.
Die besten Qualitäten kamen von den Ägäischen Inseln. Dies waren vor allem Chios (Khios) - das als Bordeaux des alten Griechenland gilt - sowie Rhodos, Samos und Lesbos. Weiters waren auch die Weine von der Halbinsel Chalkidike (Makedonien) beliebt. Für viele der...
![]()
Wenn ich Webseiten bewerten würde, würden Sie die Höchstbewertung verdienen. Selten stößt man auf Webseiten, die eine solche Datenmenge bereitstellen und trotzdem so intuitiv zu bedienen sind. Respekt für das liebevoll recherchierte und informativ aufbereitete Lexikon. Machen Sie weiter so!
Lothar Lindner
Innsbruck