In der Regel sind kultivierte Weinreben einhäusig (männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze), die Wildreben hingegen zweihäusig (getrennt auf verschiedenen Pflanzen). Die kultivierte einhäusige Rebe besitzt Zwitterblüten (Hermaphroditen), das heißt, es sind das männliche und das weibliche Sexualorgan in einer Blüte vereinigt. Die rein weiblichen Wildreben haben eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Rebsorten gespielt.

Bild links zeigt eine geschlossene Rebblüte, das Bild Mitte das Abwerfen der Käppchen vor der Bestäubung und Bild rechts die Blütenknospe in voller Blüte kurz vor der Bestäubung bzw. Befruchtung. 1 = fünflappige Krone (Käppchen), 2 = Narbe, 3 = Staubbeutel, 4 = Staubfaden, 5 = Griffel, 6 = Fruchtknoten, 7 = Nektarien (Honigdrüsen), 8 = Kelch.
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Das Glossar ist eine monumentale Leistung und einer der wichtigsten Beiträge zur Vermittlung von Weinwissen. Unter all den Lexika, die ich zum Thema Wein verwende, ist es mit Abstand das wichtigste. Das war vor zehn Jahren so und hat sich seither nicht verändert.
Andreas Essl
Autor, Modena