Der katholische Mönchsorden ging als Reformbewegung aus dem Orden der Benediktiner hervor und hat seinen Ursprung im französischen Burgund. Er wurde 1098 von Robert de Molesme (1029-1111) im Stammkloster Cîteaux nördlich von Beaune gegründet. Als signifikante Unterscheidung tragen die Mönche weiße statt der schwarzen Benediktiner-Kutten. Der Heilige Bernhard de Clairvaux (1090-1153) gründete im Jahre 1115 das Kloster Clairvaux und erließ eine neue Ordensregel. Sobald ein Zisterzienserkloster 60 Mönche zählte, mussten zwölf von ihnen ausziehen und ein neues Kloster gründen, wodurch es in relativ kurzer Zeit zu einer starken Verbreitung bzw. Expansion kam.

Im Jahr 1153 gab es 343 Zisterzienserklöster. Etwa hundert Jahre später waren es rund 600, und bis 1675 stieg die Zahl auf 742 Klöster. Die meisten entstanden in Frankreich und Deutschland, aber auch in anderen Teilen Europas. Überall legten sie umfangreiche Weinberge an und beeinflussten den Weinbau. Die Zisterzienser können als die größten Weinbauern und Weinhändler Europas dieser Zeit bezeichnet werden. Der Orden sah im Wein eine besondere Gabe Gottes und ein Zitat lautete: Qui bon vin boit, Dieu voit (Wer guten Wein trinkt, sieht/erkennt Gott).
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach