Der Geruchssinn ist die Fähigkeit zur Wahrnehmung gasförmiger Stoffe oder in Wasser gelöster Substanzen auf molekularer Ebene. Wie der Geschmack zählt der Geruch zu den chemischen Sinnen. Die Fähigkeit ist nur bei Wirbeltieren und Insekten nachgewiesen. Geruchswahrnehmungen sind mehr als alle anderen Sinnesorgane sehr stark emotional besetzt. Es erfolgt sofort eine Bewertung in angenehm (duftet) oder unangenehm (stinkt). In der Verhaltens-Biologie hat der Geruch eine besondere Bedeutung bezüglich Nahrungs-Aufnahme, Fortpflanzungs-Verhalten und Erkennen von Feinden. Gerüche fördern den Appetit und die Bildung von Verdauungssäften.
Düfte können die Tore des Gedächtnisses aufstoßen, das heißt, dass bei vielen Menschen bestimmte Gerüche starke Assoziationen mit Orten und Erlebnissen mit dabei beteiligten Personen auslösen. Die zivilisierten Menschen haben aber verlernt, Gerüche zu identifizieren. Denn man braucht das nicht mehr so wie in Urzeiten, wo davon das Überleben abhing. Nach einer Hypothese hat der Mensch, als „er sich aufrichtete“, einen Teil seines Geruchssinns verloren und gleichzeitig die Leistung beim Sehen und Hören gesteigert. Trotzdem ist aber die Nase immer noch viel näher an unserer Psyche als Auge oder Ohr. Im Wein verursachen die vielen Aromastoffe die Dufteindrücke.
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Thorsten Rahn
Restaurantleiter, Sommelier, Weindozent und Autor; Dresden