In deutschen Sprachraum verwendete Beschreibung für einen Rausch - „jemand ist blau“, das heißt, er ist betrunken. „Blau sein“ ist die Verballhornung eines jiddisch-hebräischen Ausdrucks für „im Nichts sein“. Nach einer anderen Version geht dies auf eine arbeitsbedingte Pause bei den Wollfärbern zurück. Man färbte die Wolle mit einem an der Luft bläuenden Farbstoff (Indigo) ein, ließ sie über Sonntag im Farbbad, um sie am Montag trocknen zu lassen. Montags konnten die Gesellen somit „blau machen“ (sich dem Müßiggang hingeben). Nach alter Handwerksregel wurde der Farbbrühe zur besseren Farbentwicklung Urin beigemischt, wobei die Färbung angeblich noch besser gelang, wenn die Färber reichlich Alkohol getrunken hatten. Siehe auch unter Alkoholismus und Brauchtum im Weinbau.
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Dominik Trick
Technischer Lehrer, staatl. geprüfter Sommelier, Hotelfachschule Heidelberg