Umgangssprachliche Bezeichnung für Alkohol (Ethanol); siehe dort.
Der Name ist von „guhlu“ (pulverförmiger Bleiglanz zum Färben der Augenlider und Wimpern) abgeleitet. Die Araber nannten dies „kuhul“ und es bedeutete „Schönstes und Feinstes“. Der Begriff wurde dann auch für Flüssigkeiten verwendet, die als Essenz oder „Geist“ eines Stoffes galten. Daraus leitet sich „Al-kuhul-vini“ (lateinisch alcool vini) ab, das „Feinste vom Wein“ und bezeichnete den aus Wein durch Brennen gewonnenen Geist.
Die Kunst der Herstellung von Alkohol durch Brennen (Destillation) wurde vermutlich gegen Ende des 1. Jahrtausends von arabischen Alchemisten entwickelt. Als Ausgangsstoffe dienten zunächst Pflanzen, Harze und aromatische Substanzen wie Rosenblätter, Lavendel oder Myrrhe, aus denen ätherische Öle, Heilessenzen und kosmetische Produkte gewonnen wurden. Später destillierte man auch vergorene Flüssigkeiten wie Wein, Dattel- und Honiglösungen, wodurch erstmals Trinkalkohol entstand. Einer der ersten, der das Verfahren beschrieb, war der persische Naturforscher und Arzt Abū Bakr ar-Rāzī (lateinisch Rhazes, um 865-925). Über arabische Lehrschriften gelangte die Technik nach Europa.
Der Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (Paracelsus, 1493-1541) verwendete als erster den Begriff „Spiritus vini“ (Weingeist) für ein Destillat und bezeichnete damit die reinste Essenz des Weines. Schließlich bekamen die Begriffe Weingeist und Alkohol identische Bedeutung. Erstmals erwähnt wurde „Alcool“ in Deutschland 1597.
Alkohole sind organische Verbindungen, bei denen eine oder mehrere Hydroxygruppen (OH) direkt über den Sauerstoff (O = Oxygenium) mit dem Kohlenstoff (C = Carboneum) verbunden sind, wobei der Wasserstoff (H = Hydrogenium) am Sauerstoff hängt. Enthält das Molekül nur eine Hydroxygruppe, spricht man von einwertigen, bei zwei oder mehr von mehrwertigen Alkoholen (Polyolen). Gegenüber den organischen Säuren besitzen sie nur einen sehr geringen Säuregrad ohne messbare Bedeutung. Diese Einteilung ist in der Graphik mit drei Alkoholarten dargestellt:

Im Wein spielen vor allem einwertige Alkohole eine Rolle. Wichtigster Vertreter ist Ethanol, das bei der alkoholischen Gärung aus Zucker unter Abspaltung von Kohlendioxid entsteht. Die Gehalte im Wein liegen zwischen etwa 65 und 120 g/l (8 bis 15% vol Alkoholgehalt). 10 Gramm Zucker je 1.000 Gramm Traubenmost ergeben rund 0,66% vol Ethanol.
Der Unterschied zwischen den einwertigen Alkoholen ergibt sich hauptsächlich aus der Anzahl der Kohlenstoffatome im Molekül. Dies beeinflusst Eigenschaften wie Siedepunkt,...
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Dominik Trick
Technischer Lehrer, staatl. geprüfter Sommelier, Hotelfachschule Heidelberg