Die Anzahl der Rebstöcke pro Hektar - also die Pflanzdichte - variiert stark je nach klimatischen Verhältnissen, Bodentyp, Erziehungsform, Rebsorte und Bewirtschaftungssystem (z. B. konventionell oder biologisch). Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Ertragsmenge je Hektar und die Weinqualität. Im modernen Qualitätsweinbau gelten 4.000 bis 6.000 Rebstöcke pro Hektar als Standard. Bei größeren Pflanzabständen, insbesondere bei Einzelpfahlerziehung oder Mechanisierung mit breiten Rebzeilen, reduziert sich die Anzahl auf etwa 2.000 bis 3.500.

Früher waren deutlich dichtere Pflanzsysteme üblich - teils mit 6.000 bis über 10.000 Rebstöcken pro Hektar. Solche engen Bepflanzungen, bei denen die Rebstöcke dicht innerhalb der Rebzeilen, jedoch mit normalem Abstand zwischen den Reihen stehen, sind heute noch in Weinbergen mit historischen Strukturen zu finden. Sie werden aber auch gezielt eingesetzt, wenn Standort und Bodenverhältnisse dafür geeignet sind und eine erhöhte Konkurrenz zwischen den Rebstöcken zur gewünschten Ertrags- und Qualitätssteuerung beitragen kann. Dabei werden die Rebstöcke eng innerhalb der Rebzeilen, jedoch mit normalem oder erweitertem Abstand zwischen den Reihen gepflanzt. Entscheidend ist der Abstand zwischen den Rebstöcken (z. B. 1,0 bis 2,5 m) und zwischen den Reihen (z. B. 1,0 bis 3,0 m).
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Das Glossar ist eine monumentale Leistung und einer der wichtigsten Beiträge zur Vermittlung von Weinwissen. Unter all den Lexika, die ich zum Thema Wein verwende, ist es mit Abstand das wichtigste. Das war vor zehn Jahren so und hat sich seither nicht verändert.
Andreas Essl
Autor, Modena