Unter diesem Begriff versteht man in der Landwirtschaft und auch im Weinbau einen Zustand anhaltend hoher Temperaturen, die deutlich über dem langjährigen regionalen Durchschnitt liegen und das Gleichgewicht des Wasser- und Stoffwechsels der Weinrebe beeinträchtigen. Die Hitze wirkt häufig in Kombination mit Trockenheit, da hohe Temperaturen den Wasserverbrauch der Reben erhöhen und den Boden rasch austrocknen. Für die Beurteilung der Auswirkungen sind vor allem Bodenwasservorrat, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Verdunstung entscheidend.
Hohe Temperaturen führen zu einer beschleunigten Entwicklung der Rebe und können die Reife deutlich vorverlagern. Dabei wird unter Hitze vermehrt Apfelsäure abgebaut, was zu alkoholreicheren, aber säureärmeren und geschmacklich weniger präzisen Weinen führt. Extreme Temperaturen können zudem die Bildung von Farbpigmenten beeinträchtigen und dadurch farbschwache Rotweine sowie eine geringere Alterungsfähigkeit verursachen.
![]()
Das Lexikon von wein.plus ist für mich die umfangreichste und beste Informationsquelle über Wein, die es derzeit gibt.
Egon Mark
Diplom-Sommelier, Weinakademiker und Weinberater, Volders (Österreich)