Bezeichnung für die Vermehrung von Pflanzen auf einem ungeschlechtlichen Weg. In der Natur findet bei Weinreben in der Regel eine geschlechtliche bzw. generative Vermehrung statt. Das Produkt ist dann von den Eltern genetisch verschieden, was normalerweise überlebenskräftige Nachkommen mit guten Eigenschaften hervorbringt. Es gibt auch Pflanzen mit natürlicher vegetativer Vermehrung (siehe unten). Theoretisch ist bei vielen Pflanzen eine vegetative Vermehrung möglich, aber nicht jede ist dazu in ausreichendem Maße geeignet. Es gibt mehrere Möglichkeiten:
Während der Blüte eines Rebstocks erfolgt eine Selbstbefruchtung, weil die kultivierten Reben Zwitterblüten besitzen. Ein Aussetzen und Auskeimen der aus diesen Weintrauben stammenden Kerne (Samen) würde jedoch ein unerwünschtes, negatives Ergebnis hervorrufen - eine Inzucht-Depression. Aber auch eine Fremdbefruchtung der Muttersorte durch eine andere Sorte (Vatersorte) würde nicht zu einem gewünschten Ergebnis führen. Da der Rebstock extrem heterozygot (spalterbig) ist, würde jeder einzelne Kern unterschiedliche Nachkommen erbringen.
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Es gibt unübersichtlich viele Quellen im Web, bei denen man sich Wissen über Wein aneignen kann. Doch keine hat den Umfang, die Aktualität und die Richtigkeit der Informationen des Lexikons von wein.plus. Ich benutze es regelmäßig und verlasse mich darauf.
Sigi Hiss
freier Autor und Weinberater (Fine, Vinum u.a.), Bad Krozingen