Adam Josef Racke (1827-1913) gründete im Jahre 1855 in der Marschallgasse in Bingen am Rhein die kleine Firma „Weinessig- und Branntweinhandlung A. Racke“. Die damals noch in der Form Raquet oder Raqué geschriebene Familie war französischen bzw. hugenottischen Ursprungs. Zunächst wurden Wein und Weinessig verkauft und Weinbrand erzeugt, doch bald wurde auch ein eigenes Weingut betrieben. Rund 100 Jahre später zählte die Firma „A. Racke GmbH & Co. KG“ im Bereich des Spirituosen- und Weinhandels zu den großen Unternehmen der Branche.
Im Jahre 1888 übernahm Sohn Georg Racke (1860-1914) die Führung, der auch Abgeordneter im DWV (Deutscher Weinbauverband) und Präsident der Binger Weingutsbesitzer war. Er übernahm persönlich die Pflege des Weinbaus und war, wie bereits sein Vater, ein erfolgreicher Geschäftsmann. So gelang es ihm, die Größe des eigenen Weinguts in den Jahren von 1905 bis 1913 zu verdoppeln. Jedoch überlebte er seinen Vater nur um ein Jahr und hatte keine Nachkommen. Nach seinem frühen Tod übernahm Heinrich Moller (1884-1967), der Ehemann der Enkelin von Adam Racke, die Geschäftsleitung. Ab 1914 konnte sich die Firma, trotz des Ersten Weltkrieges (1914-1918), stetig vergrößern. Am 31. August 1935 wurde eine neuerbaute Fabrik inklusive Destillerie eingeweiht (Bild rechts).
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Für meine langjährige Tätigkeit als Lektorin mit wein-kulinarischem Schwerpunkt informiere ich mich bei Spezialfragen immer wieder gern im Weinlexikon. Dabei führt spontanes Lesen und das Verfolgen von Links oft zu spannenden Entdeckungen in der weiten Welt des Weins.
Dr. Christa Hanten
Fachjournalistin, Lektorin und Verkosterin, Wien