In Südtirol gebräuchliche Bezeichnung für eine bei der Sorte Vernatsch (Schiava Grossa) an der Traubenspitze auftretende spezielle Form der Stiellähme; siehe dort.
Diese Rebkrankheit (auch Lahmstieligkeit, in Frankreich Desséchement de la rafle, in Kalifornien Water Berry) ist eine physiologische Störung und zählt zur Gruppe Welkekrankheiten. Die Stiellähme darf aber nicht mit der Traubenwelke oder der Stielfäule (bei Botrytis) verwechselt werden, die ähnliche Symptome aufweisen, aber andere Ursachen haben.
Die Krankheit äußert sich durch kleine, scharf abgegrenzte, maximal stecknadelgroße dunkle Nekrosen (Verdorrungen) am Traubengerüst, die sich rasch vergrößern. Letztendlich wird eine weitreichende Eintrocknung des Traubengerüsts bewirkt, was zum totalen Einschrumpfen und Welken der Beeren unterhalb der Befallsstelle führt.

Eine Grüner Veltliner-Traube im fortgeschrittenen Stadium...
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach