Lange Zeit galt es als unumstößliche Tatsache, dass ein Silberlöffel im Hals einer angebrochenen Schaumweinflasche das Austreten des Kohlendioxids verzögert. Richtig ist, dass durch Zimmertemperatur erwärmter Schaumwein das Gas schneller als kalter verliert, weil solche in kühlen Flüssigkeiten besser löslich sind als in warmen. Der herausragende Löffel-Kopf dient angeblich als Radiator und strahlt die am Stiel empfangene, hochgeleitete Wärme ab. Die Restluft in der Flasche kühlt ab und hält so den Austritt des Gases auf. Mit zunehmender Länge des Löffelstils verstärkt sich die Wirkung.
Soweit die bisher langläufige Meinung. Eine Studie der Zeitschrift „New Scientist“ belegte aber, dass der „Silberlöffel-Trick“ nur in kaum nachweisbarem Umfang etwas bewirkt. Der Test wurde mit zwei Champagner-Flaschen (einmal ohne, einmal mit Silberlöffel) durchgeführt. Die Menge an Kohlendioxid war an den folgenden Tagen jeweils identisch. Nach vier Tagen waren beide Champagner völlig schal. In der Zwischenzeit wurde dieses Ergebnis durch weitere Studien bestätigt. Die weitaus bessere Lösung für das Problem ist ein Verschluss, der die Flasche dicht abschließt. Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, Schaumwein direkt nach dem Öffnen der Flasche auch zu konsumieren, denn nur dann hat er sein volles Aroma und den höchsten Anteil an Perlen. Siehe zum Themenkomplex auch unter den Stichwörtern Perlfähigkeit und Weingenuss.
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Es gibt unübersichtlich viele Quellen im Web, bei denen man sich Wissen über Wein aneignen kann. Doch keine hat den Umfang, die Aktualität und die Richtigkeit der Informationen des Lexikons von wein.plus. Ich benutze es regelmäßig und verlasse mich darauf.
Sigi Hiss
freier Autor und Weinberater (Fine, Vinum u.a.), Bad Krozingen