Beschreibung für den gustatorisch (Geschmack) und trigeminal (Tastsinn) wahrgenommenen Eindruck im Rahmen einer Weinansprache bzw. Weinbewertung, der den weichen und vollmundigen Charakter eines Weines beschreibt. So ein Wein vermittelt einen dichten, fließenden und körperreichen Gesamteindruck mit spürbarer Viskosität, sodass man ihn bildlich gesprochen „kauen“ kann. Die Tannine sind bei Rotweinen abgerundet, fein eingebunden und die Säure vollständig integriert. Der Wein wirkt gleitend, weich und füllig, ohne Rauheit oder kantige Strukturwirkung.
Im Unterschied zu samtig, das weicher, umhüllend und leicht dämpfend wirkt, erscheint schmelzig stärker fließend, dichter und körperreicher. Gegenüber seidig, das vor allem glatt, leicht und widerstandslos gleitend wirkt, beschreibt schmelzig eine fülligere und viskosere Beschaffenheit. Ein schmelziger Eindruck entsteht typischerweise durch einen hohen Gesamtextrakt, erhöhten Alkoholgehalt, reife Tannine sowie durch Glycerinreichtum.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach