Zucker (C₁₂H₂₂O₁₁) ist ein kristallines, süß schmeckendes Lebensmittel, das aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wird. Je nach der Anzahl der Kohlenstoffatome in einem Zuckermolekül gibt es die Bezeichnungen Pentosen (5 Atome = chem. Formel beginnend mit C5) und Hexosen (6 Atome = beginnend mit C6). Im Stoffwechsel des menschlichen Körpers werden die Zucker oxidiert, wodurch unter Wärmeabgabe Energie frei wird, was die Motorik bewirkt. Der Restzucker im Wein bestimmt maßgeblich den Weintyp in der Bandbreite von trocken, halbtrocken, lieblich bis süß.

Zucker wurde erstmals in Indien vor mehr als 2000 Jahren hergestellt. Der süße Saft wurde aus dem Zuckerrohr extrahiert und durch Kochen und Verdampfen zu Kristallen verarbeitet. Diese Methode verbreitete sich später nach Persien und dann in die arabische Welt, von wo aus sie im Mittelalter nach Europa gelangte. In der Antike war Zucker zwar in Griechenland und später in Rom bekannt, blieb jedoch ein seltenes Importgut, das vor allem medizinisch genutzt wurde. Als Süßstoff wurden Honig oder Traubenmost verwendet. Erst im 12. Jahrhundert ist die erste Präsenz in England dokumentiert. Zu dieser Zeit diente Zucker als Gewürz, und wurde nur von sehr Wohlhabenden verwendet.
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Das Glossar ist eine monumentale Leistung und einer der wichtigsten Beiträge zur Vermittlung von Weinwissen. Unter all den Lexika, die ich zum Thema Wein verwende, ist es mit Abstand das wichtigste. Das war vor zehn Jahren so und hat sich seither nicht verändert.
Andreas Essl
Autor, Modena