Das Halbmetall (B) kommt in der Natur in Form seiner Sauerstoff-Verbindungen als Spurenelement im Boden als Borax und Kernit vor. Bor ist für Pflanzen ein essentielles Spurenelement. Beim Menschen fördert es den Knochenaufbau, lindert Arthrose und Arthritis, erhöht den Testosteronspiegel und verbessert die Wirkung von Vitamin D.

Beim Pflanzenwachstum, einschließlich Weinrebe, hat Bor eine wichtige Funktion bei der Zellteilung, Zelldifferenzierung, Zellstreckung und Gewebebildung, sowie im Stoffwechel der Nukleinsäure und der Eiweißsynthese.
Ein Bormangel tritt besonders bei Trockenheit bzw. Dürre im Zusammenhang mit Wassermangel auf. Bei leichten Mangel sind die Blätter hell- und dunkelgrün marmoriert. Bei stärkerem Mangel glänzen die jüngeren Blätter, verfärben sich vom Rand her, wellen sich und sterben ab. Die Blätter sind asymmetrisch (schief) und etwas zerrissen. Dies führt zur Huhnkrankheit (Kleinbeerigkeit) und Chlorose. Das wird mit Borsalzdüngung oder durch Blattbestäubung beseitigt.
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Markus J. Eser
Weinakademiker und Herausgeber „Der Weinkalender“