Eine vor allem bei Tafeltrauben angewendete Methode. Ziel ist die Förderung von Fruchtansatz, Beerenwachstum und eine frühere sowie gleichmäßigere Reife. Der optimale Zeitpunkt liegt kurz nach der Blüte. Dabei wird ein etwa 0,5 cm breiter Ring (Fruchtgürtel) aus dem Phloem des Leitgewebes rund um den Stamm oder eines einzelnen Triebes herausgeschnitten. Dadurch wird der Transport von Assimilaten (zum Beispiel Zucker und andere energiereiche Photosynthese-Produkte) im Phloem unterbrochen, während der Wassertransport im Xylem erhalten bleibt.

Oberhalb der Ringelstelle kommt es zu einer Anreicherung dieser Assimilate, was Fruchtansatz, Beerenwachstum (größere Beeren) und Reife fördert. Gleichzeitig wird der Energiefluss zu den Wurzeln reduziert, wodurch es unterhalb der Ringelstelle zu Wachstumsverzögerungen kommen kann. Der Rebstock stirbt dabei nicht ab, sondern verschließt die Wunde allmählich durch Kallus-Bildung. Bei mehrfacher oder zu tiefer Ringelung kann der Stock jedoch geschädigt werden. Das Verfahren funktioniert besonders gut bei kernlosen Tafeltraubensorten wie zum Beispiel der Sultana, wird aufgrund der starken Belastung für den Rebstock heute jedoch nur noch eher selten angewendet.
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach