Bezeichnung (von Porus = Öffnung, Poration = Porenbildung) für ein physikalisches Verfahren, bei dem kurze Hochspannungsimpulse Zellmembranen für kurze Zeit durchlässig machen, um den Austritt oder Einschluss intrazellulärer Stoffe zu ermöglichen. Elektroporation darf nicht mit der Elektrodialyse verwechselt werden, bei der gelöste Stoffe durch Membranen entfernt werden, jedoch keine Zellstrukturen geöffnet werden.
Das Verfahren wird in der Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik verwendet. Es dient unter anderem der Verbesserung von Massentransportprozessen wie beschleunigter Austritt von Anthocyanen (Farbstoffe), Tanninen oder Aromastoffen aus Pflanzenzellen in die umgebende Flüssigkeit, dem Einbringen von DNA in Zellen wie bei experimentellen Verfahren zur Pflanzenzüchtung, z. B. zur Erzeugung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten, oder zur Analyse von DNA-Abschnitten (Allele) sowie der Inaktivierung von Mikroorganismen (wie z. B. Hefen, Bakterien oder Schimmelpilzen).
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach