An der University of California in Davis (USA) wurde Mitte der 1980er-Jahre von Professor Ann C. Noble (*1935) ein „Aroma Wheel“ entwickelt. Die Wissenschaftlerin hatte im Zusammanhang mit einem Sensorik-Forschungsprojekt festgestellt, dass es für die Beschreibung von Weinen keine einheitliche Terminologie existiert.

Ziel war es, mit dem Aromarad ein möglichst allgemein verständliches und verwendbares Begriffsmuster zu schaffen, mit dem der Geruch bzw. Aromastoffe eines Weines im Rahmen einer Weinbewertung bzw. Weinansprache möglichst eindeutig definiert bzw. beschrieben werden kann. Das Aromarad ist gleichermaßen für professionelle Verkoster und Laien geeignet. Das kalifornische Aromarad hat sich mit länderspezifischen Anpassungen weltweit durchgesetzt. Ein spezielles Aromarad wurde später auch für Schaumwein (Sekt, Champagner etc.) erstellt.
Die Palette enthält keine hedonistisch wertenden, ungenauen Begriffe wie außergewöhnlich, elegant, körperreich, sauber oder ähnlich, sondern ausschließlich allgemein bekannte Geruchsbeschreibungen, die in Fachkreisen gleich verstanden werden. Das Aromarad besteht aus drei Kreisen von innen nach außen. Der innerste Kreis enthält 12 Hauptgruppen, der mittlere Kreis 29 Untergruppen und der äußere Kreis 94 Einzelaromen. Man kann sich sozusagen ausgehend von der Mitte in drei Schritten...
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Markus J. Eser
Weinakademiker und Herausgeber „Der Weinkalender“