Bezeichnung für die Übertragung von Pollenkörnern einer Blüte auf die Narbe einer zweiten Blüte auf einer anderen Pflanze (Fremdbestäubung), wodurch eine Fremdbefruchtung (Xenogamie) ausgelöst wird. Bei der Weinrebe kann das ein Nachbarrebstock der gleichen aber auch ein Rebstock irgendeiner anderen Rebsorte aus einem Nachbarweingarten sein. Im Gegensatz dazu steht die Selbstung (Selbstbefruchtung) innerhalb einer Zwitterblüte (Autogamie) oder zwischen zwei verschiedenen Blüten derselben Pflanze (Nachbarbefruchtung = Geitonogamie).
Großteils erfolgt bei kultivierten Weinreben eine Selbstbefruchtung innerhalb der Zwitterblüte. Bei rein weiblichen Rebsorten muss eine Fremdbefruchtung durch in der Nähe oder im gemischten Satz angepflanzte zwitterblütige Sorten forciert werden. Bei Neuzüchtungen erfolgt eine gezielte bzw. gewollte Fremdbefruchtung der Muttersorte mit dem gewünschten bzw. ausgesuchten Partner, der Vatersorte. Siehe auch unter Blüte, DNA und Kreuzung.
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Für meine langjährige Tätigkeit als Lektorin mit wein-kulinarischem Schwerpunkt informiere ich mich bei Spezialfragen immer wieder gern im Weinlexikon. Dabei führt spontanes Lesen und das Verfolgen von Links oft zu spannenden Entdeckungen in der weiten Welt des Weins.
Dr. Christa Hanten
Fachjournalistin, Lektorin und Verkosterin, Wien