Qualitätsbezeichnung für einen Wein, die in einigen mitteleuropäischen Ländern verwendet wird. In Österreich und Deutschland ist dies eine Prädikatsweinstufe. Die „Erfindung“ der Spätlese reklamieren einige Länder für sich; unter anderem sind dies Deutschland im Rheingau, was in der legendenhaften Erzählung vom Spätlesereiter beschrieben ist (Bilder links und Mitte), Frankreich auf dem berühmten Château d’Yquem und Ungarn mit dem Tokajer.

Heute verbindet man mit einer Spätlese weniger die Tatsache einer späten Weinlese als vielmehr die weinrechtlich festgelegten Anforderungen an das Mindest-Mostgewicht (Zuckergrade in Oechsle oder KMW), die vollreife und damit zuckerreiche Weintrauben erfordern und damit häufig eine späte Weinlese voraussetzen. Ein bestimmter Lesetermin ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, auch wenn die Trauben in der Praxis für bestimmte Weintypen meist später gelesen werden. Eine Spätlese wird zwar in der Regel lieblich bis süß ausgebaut, kann aber ebenso trocken sein.
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Thomas Götz
Weinberater, Weinblogger und Journalist; Schwendi