Französische Bezeichnung (paille = Stroh) für einen im deutschsprachigen Raum als Strohwein bekannten, nach einem sehr ähnlichen Verfahren hergestellten Süßwein. Dieser wird aus rosinierten bzw. getrockneten Trauben hergestellt. Die Trauben werden auf Stroh ausgebreitet oder in gut durchlüfteten Räumen auf Holzgestellen ausgelegt bzw. aufgehängt. Dadurch verdunstet ein Teil des Wassergehaltes, wodurch sich Zucker, Aromen und Gesamtextrakt konzentrieren.

Dieses als Passerillage hors souche (natürliches Eintrocknen der Trauben nach der Weinlese) bezeichnete Verfahren entspricht dem italienischen Appassimento. Diese Technik war nach den Reisebeschreibungen des bekannten englischen Weinautors Cyrus Redding (1785-1870) in Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Er berichtet von solchen Weinen in Hermitage (Rhône) sowie im Elsass und Jura. Heute ist die Bezeichnung „Vin de paille“ als traditionelle Bezeichnung für die AOC-Bereiche Arbois, Côtes du Jura, L’Etoile und Hermitage geschützt.
![]()
Es gibt unübersichtlich viele Quellen im Web, bei denen man sich Wissen über Wein aneignen kann. Doch keine hat den Umfang, die Aktualität und die Richtigkeit der Informationen des Lexikons von wein.plus. Ich benutze es regelmäßig und verlasse mich darauf.
Sigi Hiss
freier Autor und Weinberater (Fine, Vinum u.a.), Bad Krozingen