Weinverfälschungen, die von verbotenen bis hin zu gesundheitsgefährdenden Praktiken reichen, sind keineswegs ein Phänomen der modernen Zeit, sondern lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Schon damals wurde unter Umgehung von weingesetzlichen Vorschriften versucht, die Qualität durch unerlaubte Zusätze zu „verbessern“ und durch Manipulationen wie Etikettenschwindel oder Verschnitt mit minderwertigeren Weinen eine falsche Identität vorzutäuschen. Im Folgenden sind die spektakulärsten Weinskandale der Neuzeit beschrieben.
In den 1960er-Jahren wurden ausgelöst durch die damals groß in Mode gekommene Urlaubsdestination Italien besonders in Deutschland und Österreich italienische Weine populär und Milllionen Hekotliter eingeführt. Darunter waren Billigstprodukte angeblicher Marken wie Chianti (in den kitschigen, bastumwickelten Korbflaschen), Lambrusco und Valpolicella, deren dafür verwendete Trauben niemals die betreffenden Anbaugebiete gesehen hatten.
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Thorsten Rahn
Restaurantleiter, Sommelier, Weindozent und Autor; Dresden