Bezeichnung (auch Fruchtrute) für den Weintrauben tragenden Trieb; siehe dort.
Bezeichnung (auch Grüntrieb, Jahrestrieb, Lotte, Schoss) für den diesjährigen, grünen Spross der Weinrebe. Er entsteht im Frühjahr aus Winteraugen des einjährigen Holzes und trägt im selben Jahr Blätter, Ranken und Weintrauben. Je nach Länge des einjährigen Holzes bzw. Anzahl der beim Winterschnitt belassenen Augen unterscheidet man Rute, Strecker oder Zapfen (siehe unter Bogen). Bei bestimmten Erziehungsformen wie der Drahtrahmenerziehung müssen die schnell wachsenden Triebe während des Vegetationszyklus durch Heften in die Drähte eingeordnet werden.
An den Nodien (Knoten) werden Blätter, Blütenstände (Gescheine, später Weintrauben), Ranken und Geiztriebe, sowie Triebknospen für künftige Triebe gebildet. Einen wuchskräftigen Trieb zeichnen dicke Nodien und lange Internodien Abstände zwischen den Nodien) aus. Die Trieblänge wird sortenspezifisch durch die Nodienanzahl (bis 20) und die Länge der Internodien bestimmt. Die immer einem Blatt gegenüberstehenden Ranken sind Befestigungsorgane.

1 = Basalblätter ohne Ranken, 2 = Weintraube, 3 = Ranke, 4 = Internodium, 5 = Triebspitze, 6 = Nodien mit Weintrauben oder Ranken mit jeweils Blatt gegenüber, 7 = Nodium ohne Weintraube oder Ranke.
Für eine möglichst hohe Weinqualität ist ein ausgewogenes Trieb- und Fruchtwachstum wichtig. Das...
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Das Glossar ist eine monumentale Leistung und einer der wichtigsten Beiträge zur Vermittlung von Weinwissen. Unter all den Lexika, die ich zum Thema Wein verwende, ist es mit Abstand das wichtigste. Das war vor zehn Jahren so und hat sich seither nicht verändert.
Andreas Essl
Autor, Modena