Nach erfolgter Befruchtung bei der Blüte beginnen die einzelnen Beeren der Weintraube sehr rasch zu wachsen. Die Säurekonzentration in den unreifen Beeren steigt bis zu einem Höchstwert an, dann wird diese verringert und der Zuckergehalt nimmt rasant zu. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die innerhalb des jährlichen Vegetationszyklus der Rebe als Véraison bezeichnete Reifephase, ab dem die Beeren weich werden und sich zu verfärben beginnen.
Der Abschluss der Reifephase bzw. Höhepunkt der Maturation ist durch ein optimales Verhältnis von Zucker zu Säure gekennzeichnet (siehe dazu unter physiologische Reife und Engustment). Die Dauer zwischen Blüte und Reifezeitpunkt ist je Rebsorte sehr unterschiedlich, deshalb spricht man demgemäß von früh, mittel und spät reifenden Rebsorten. Einfluss darauf haben auch Bodentyp, Klima, Wetter und die Arbeiten des Winzers. Der Reifezeitpunkt ist auch vom Kleinklima im Weinberg abhängig und kann auch bei einzelnen Klonen derselben Rebsorte differieren. Selbst in kleineren Weinbaubereichen kann also dieselbe Rebsorte unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Die Entwicklung einer Traube: 1 = Fruchtansatz, 2 = Véraison, 3 = Vollreife (physiologische Reife, Engustment).
Häufig werden Rebsorten nur grob in die drei Kategorien früh, mittel und spät eingeteilt (nördliche Hemishäre):
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Thorsten Rahn
Restaurantleiter, Sommelier, Weindozent und Autor; Dresden