In geringsten Mengen unterstützt Diacetyl das Aroma des Weins und verleiht ihm einen angenehm cremigen und geschmeidigen Geschmack mit leicht nussigen und karamellartigen Noten. Als sensorisch unauffällige bis moderate Ausprägung gelten Konzentrationen von bis zu 1 mg/l in Weißweinen und bis zu 5 mg/l im Rotweinen. Die fruchtigen Aromen im Wein können dadurch überdeckt werden. Erst bei höheren Diacetyl-Mengen ist dies als Weinfehler namens Milchsäurestich zu werten. Dieser wird verwirrenderweise manchmal auch als Buttersäurestich bezeichnet, hat aber nichts mit der Buttersäure zu tun. In stärkerer Ausprägung kann ein buttriger Eindruck mit einem milchigen Erscheinungsbild einhergehen; beide Wahrnehmungen sind jedoch nicht gleichzusetzen.
